Erster Formationsflug von icaré und e-Genius / first formation flight with icaré and e-Genius

Posted at 18.04.2014   |   Written by micro
Als icaré 1996 an der Universtät Stuttgart fertiggestellt wurde, war es schon eine bemerkenswerte Tatsache, dass weder ein Hersteller noch ein Verein dieses anspruchvolle Projekt vollendet hatte, sondern Institute an einer Universität dies vollbracht hatten.
Niemand erwartete damals, dass man dies schon 15 Jahre später wiederholen könnte.
Aber tatsächlich hob 2011 der elektrisch betriebene Zweisitzer e-Genius das erste Mal ab und hat seitdem viele unglaubliche Flüge gemacht und in zwei interessanten Wettbewerben gewonnen – ganz in der Tradition von icaré und als Aushängeschild des Könnens der Studenten und Mitarbeiter an der Universität Stuttgart.
Im hier geführten Blog ist es nicht möglich, die komplette Geschichte des e-Genius zu erzählen, am besten verwendet man entweder in der Spalte „Links“ die entsprechende Verknüpfung oder geht direkt zu http://www.ifb.uni-stuttgart.de/egenius/index.html.
 
Trotz alledem hatte diese Erfolgsstory am Institut für Flugzeugbau (IFB) bislang einen Makel:
Zwei Flugzeuge wurden gebaut und beide sind immer wieder in der Luft, nur sieht man sie nie gemeinsam?!
 
Endlich im November 2013 haben es dann beide Teams geschafft, diese Scharte auszuwetzen.
Normalerweise hätte niemand zu diesem Zeitpunkt im Jahr erwartet, nochmals passende Flugbedingungen für diese Prototypen zu bekommen – wir alle glaubten schon, dass eine solche Chance in diesem Jahr erneut verpasst worden sei.
 
Aber dann stoppte der Regen und ein klarer und sonniger Tag brach an diesem frühen Novembertag des Jahres 2013.
Wunderbarerweise lösten sich auch die technischen Probleme an einer dieser großartigen Flugmaschinen und sofort rannten die Telefonleitungen zwischen den beiden Projektteams heiß.
 
Während e-Genius aus eigener Kraft mit Len und Ingmar an Bord für den Formationsflug nördlich Stuttgart aufsteigen konnte, würde icaré mit micro am Steuer Hilfe in For eines Flugzeug-Schlepps von einem Segelflugplatz weiter im Südosten benötigen. Die Sonneneinstrahlung ist im November so gering, dass Steigflug allein mit Sonnenenergie unmöglich wäre aber alle auf einen längeren Formationsflug hofften, um die erträumen Fotos endlich machen zu können.
 
Somit mussten für das icaré Team mindestens weitere drei Paar helfende Hände für Aufbau, F-Schlepp und Fotografieren gefunden werden. Aber schon nach einigen Telefonaten konnte die kleine Expedition losfahren, um icaré aufzubauen und in die Luft zu e-Genius zu bringen.
Aber bei Ankunft an der Flugzeughalle erwartete eine böse Überraschung die Fotojäger – die kalte Luft führte zu dichtem Nebel über dem Flugplatz und lies keinen Gedanken an einen sofortigen Start von icaré hinter dem Schleppflugzeug zu.
Nördlich des Platzes war schönster Sonnenschein und schon bald tauchte e-Genius über dem Nebel auf und berichtete dass „Ihr da unten ganz schön in der Suppe sitzt“ – eine wirklich hilfreiche Bemerkung, nachdem die Stimmung schon schwer am sinken war…
 
Dann begann sich der Nebel ein wenig zu lichten – alle hielten den Atem an und rasch wurde ein schneller Start vorbereitet. Als schließlich die Sichtweite einen sicheren Start ermöglichte, war flugs die ganze Mannschaft in der Luft. Unser armer Helfer Pascal, der beim Start am Flügel des icaré mitlief um ihn waagerecht zu halten hat später berichtet, dass es kaum 15 Minuten später schon wieder kalt und dunkel wurde, als der Nebel wieder aufzog…
 
Bald konnten sich Schleppflugzeug mit icaré im Schlepptau und e-Genius über dem Nebel treffen und, ganz wie im Wetterbericht angekündigt, meldete ein Flugplatz etwas nördlich besten Sonnenschein bis zum Tagesende, so dass ein sicherer Landeplatz für die Formation nach dem Foto-Shooting garantiert war.
 
Somit konnte auf Höhe gestiegen werden, um dort icaré auszuklinken und in Formation zu gehen. Die arme Besatzung des Schleppflugzeugs aus Fotografin Jutta und Pilot Joe mussten nun die Fenster für freie (Foto-)Sicht auf die Elektroflugzeuge öffnen und hatten ab nun für die folgenden 40 Minuten wirklich frische Luft im Cockpit.
Wie vor dem Flug besprochen, war nun recht präzise Kontroller der Fluggeschwindigkeit gefragt, da beide Prototypen recht unterschiedlich sind: Während sich e-Genius bei Geschwindigkeiten deutlich über 100 km/h richtig wohl fühlt, ist dies bereits nahe der Höchstgeschwindigkeit für icaré.
Aber schließlich klappte alles wie im Vorfeld diskutiert und geplant und das Ergebnis sind einzigartige Aufnahmen dieser beiden mindestens einzigartigen Flugzeuge – einfach in der Spalte „Galerie“ auf „icaré und e-Genius (2013)“ klicken.
 
Trotzdem endete dann dieser Tag ein wenig ungeplant…
Als zunächst icaré und dann das Schleppflugzeug am weiterhin sonnigen und (relativ) warmen Ausweichflugplatz aufsetzten, sah alles erst einmal ganz prima aus:
Einfach das Schleppflugzeug in einen Flugzeughangar räumen und Pascal per Telefon bitten, mit dem icaré Transportanhänger hierher zu fahre.
Nun, das wäre wirklich ganz einfach gewesen, wenn die furchtlosen Luftfahrer daran gedacht hätten, die Autoschlüssel am Startplatz zu lassen, anstatt diese mit ins Flugzeug zu nehmen ;-)
Somit endete diese Episode noch mit Fahren per Anhalter zurück zum Heimatflugplatz, zusammen mit Pascal, Anhänger und Auto wieder zurück zu Kehren und schließlich konnte unter beginnendem Mondschein das Schleppflugzeug in die Halle und icaré in den Anhänger eingeräumt werden.
Was für ein Abschluss für die Solarflugsaison 2013 von icaré!!
 
 
When in 1996 icaré was completed at the University of Stuttgart it was already a remarkable feat that neither a company nor a flying club built such a ambitious project, but institutes of an university did so.
Nobody expected then, that 15 years later this could be even done again.
But indeed in 2011 e-Genius, an electrically powered two-seated aircraft took of the first time and has since then completed amazing flights and won two very interesting competitions – following the tradition of icaré and again showing the prowess of the students and staff at University Stuttgart.
In this blog it is not possible to tell the full story of e-Genius, just use the link in our “Links” section or go directly to http://www.ifb.uni-stuttgart.de/egenius/index.html.
 
Nevertheless this success story at the Institute of Aircraft Design (Institut für Flugzeugbau, IFB) had one shortcoming:
Two aircraft had been built and both are flying, but they are never seen together!?
 
At last in November 2013 both teams managed to solve this issue.
Normally at this time of the year, no body does expect good flying conditions for such experimental aircraft any more – we all believed that again the chances of an all-electric formation where lost for that year.
 
But then the rain stopped and a clear and sunny day broke in early November 2013.
Miraculously some technical problems with one of those magnificent flying machines also became solved and soon the telephone lines were running hot between both project teams.
 
Whereas e-Genius was able to take off under own power with Len and Ingmar for the formation flight north of Stuttgart, icaré with micro at the controls would need some assistance by aero-towing from a gliding field more to the south-east. The sun power in November is too low to allow any climbing on solar power alone and all hoped for a longer formation flight to get the pictures we all dreamed up before.
 
Therefore in the icaré team at least three additional pairs of helping hands for assembly, towing, and photographing needed to be found. Nevertheless after some telephone calls this small expedition took of to get icaré assembled and up to join e-Genius.
But when arriving at the hangar, a nasty surprise awaited the photo hunters – the cold air caused some dense fog over the airfield which prevented an immediate launch of icaré behind the tow-plane. North of this position all was bright sunshine and soon e-Genius arrived overhead just to comment that “you guys are really in the soup down there” – a quite helpful remark, when the spirits where already sinking pretty fast…
 
Then somehow the fog started to lift a bit – everyone hold breath and prepared a quick launch. And finally the visibility improved enough to make a safe take-off and off the party went. Our poor Pascal helping with the aero-tow by running the wing of icaré later reported that less than 15 minutes later it became cold and dark again with fog…
 
Soon tow-plane with icaré behind and e-Genius soon met above the fog and as weather reports had told before, another airfield to the north was in full sunshine and would remain so for the rest of the day, offering a safe heaven for the formation after the photo shooting.
 
Now it was time for climbing high, releasing icaré and getting into formation.
Poor photographer Jutta and tow-pilot Joe had to open the windows of the tow-plane for clear view to the electric aircraft, offering some very fresh breaths of air in the following 40 minutes.
As briefed before the flight, the formation needed some precise speed management as both experimental aircraft are quite different: Whereas e-Genius feels really at home at speeds well above 100 km/h, this means nearly maximum speed for icaré.
But in the end all worked out as discussed and planned before and the result are some unique shots of these even more unique aircraft – just have a look in our Gallery section into “icaré and e-Genius (2013)”.
 
But the end of this day nevertheless did not quite turn out as planned…
When first icaré and then the tow plane landed at the still sunny and (relatively) warm alternate airfield at first all looked to be fine:
Just put the tow plane into the hangar there and then place a call to Pascal to come here with the icaré transport trailer.
Well it could have been that easy if the intrepid aircrew members would have thought to leave him some keys of the cars instead of taking them on board of the aircraft ;-)
So this episode even included some hitch-hiking back to the home base, picking up of Pascal, trailer and cars and finally icaré and tow plane could be put to hangar and trailer under the already shining moon.
What a memorable end of the icaré solar flying season 2013!!